Vlatka Horvat - Fault Lands

Vernissage: Fr. 26.4.2013, 18-20 Uhr

27.4.-25.5.2013

annex14 freut sich, den neuen Galerieraum in Zürich mit der Einzelausstellung „Fault Lands“ von Vlatka Horvat zu eröffnen. Die Künstlerin wurde 1974 in Kroatien geboren. Sie lebt und arbeitet in London und New York.

Der Titel „Fault Lands“ weckt Assoziationen an ein geologisches Phänomen und meint doch auch eine gesellschaftliche Realität: Gemeint sind die Risse, Brüche, Verschiebungen und Verwerfungen, welche die politische, wirtschaftliche und kulturelle Agenda unserer globalisierten Gegenwart prägen. In ihren Arbeiten setzt sich die Künstlerin den sich daraus resultierenden und sich im ständigen Fluss befindenden sozialen und strukturellen Beziehungen zwischen Individuum und Gesellschaft, zwischen Körper und architektonischem Umfeld aus. Mit Humor und analytischem Scharfsinn erforscht sie in unterschiedlichen Medien, mit Videos, Installationen, Fotografien, Collagen und Performances deren ästhetisches und subversives Potential.

Im raumbezogenen Teil der Ausstellung entfaltet Vlatka Horvat mit einfachen Gesten und „armen“ Materialien, wie Karton, Gummiband, Schaumgummi, eine äusserst fragile Situation. Mit ihren Interventionen destabilisiert sie den Raum, lenkt den Blick auf vernachlässigte Ecken und Ränder. Der offenen, wie zufällig wirkende Anordnung der Objekte wohnt eine auf den ersten Blick zwar verborgene, letztlich aber luzide Sensibilität inne für die marginalisierten oder konfliktgeladenen Zonen eines gebauten Umfelds. Die unterschiedlichen Konstellationen und Verweise machen Verborgenes sichtbar, schaffen temporäre Bezüge und verweben Vergangenes mit der Gegenwart und öffnen es auf eine unbestimmte Zukunft. Sie erschliessen eine Vielfalt an visuellen und strukturellen Beziehungen, die den Raum in ein begehbares Terrain mit Brüchen, Verwerfungen und überraschenden Neuformationen verwandeln, die sich metaphorisch wie ein Spiegel zur gesellschaftlichen Realität verhalten.

Territorien und Grenzen, wie auch die Art und Weise, wie diese beschrieben und visualisiert werden, gehören zu den gesellschaftlichen Phänomenen, die Vlatka Horvat seit Beginn ihrer künstlerischen Arbeit beschäftigen. Der zweite Teil der Ausstellung fokussiert deshalb auf das damit einhergehende Interesse der Künstlerin für die Collage, für das Zerschneiden, Verschieben, Falten, Segmentieren und neu Zusammensetzen als Mittel, diese Thematik zu bearbeiten. Als Ausgangsmaterial verwendet die Künstlerin zum einen Fotografien aus dem familiären Umfeld, aus den utopischen 60er und 70er Jahren des ehemaligen Jugoslawien, aber auch Landschaften und die menschliche Figur. Sie werden durch den Schnitt mit der Schere transformiert, Körperteile werden isoliert und neu konfiguriert, der Landschaft wird der Horizont über den Köpfen weg geschnitten. Weit Entferntes stösst hier plötzlich aneinander, überlagert sich oder Teile werden entfernt, wie der Himmel, der die Horizontlinie zum Ausblick auf eine leere, entzauberten Welt werden lässt. Es scheint fast, als ob das Wesentliche der Fotocollagen sich erst über die Zwischenräume, über die Leestellen, die neuen Verbindungen und harten Schnitte erschliessen lassen würde.

 

Aktuelle und kommende Ausstellungen:
Sweet Bitter Symphony
(Group), Kunstlerhaus Bremen. Bremen, Germany. Curated by Stephanie Böttcher, (9.3.-19.5. 2013).
Zero Point of Meaning
(Group), Camera Austria. Graz, Austria; Curated by Sandra Križić Roban and Ivana Hanaček, (9.3.-26.5. 2013).
The Peak of the Iceberg
(Group).Trapez Gallery, Budapest, Hungary; Curated by Hajnalka Somogyi, (May–June 2013)
The Part in the Story Where a Part Becomes a Part of Something Else. (Group) Witte de With. Rotterdam, Holland. Curated by Heman Chong, (Dec 2013).
Volt (Solo), Bergen, Norway. Curated by Marie Nerland, (March 2014).

Für weitere Informationen und Bildmaterial wenden Sie sich bitte an Suzanne B. Friedli (+41 76 426 98 94).

 

 

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